Gehobene Medizinisch-Technische Dienste

Im Juni 2005 wurde mit der Änderung des MTD-Gesetzes sowie des Hebammengesetzes der Grundstein in Richtung Akademisierung gelegt. Auf Beschluss der Tiroler Landesregierung vom 12. September 2006 wurde im Dezember desselben Jahres die „fhg – Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol GmbH“ als neuer Träger für Fachhochschul-Studiengänge mit der Zielsetzung gegründet, die Ausbildungen der gehobenen medizinisch-technischen Dienste (MTD) sowie der Hebamme künftig in Form von Fachhochschul-Bachelor-Studiengänge anzubieten.


Fachhochschul-Bachelor-Studiengänge


(in alphabetischer Reihenfolge)


Aufnahmevoraussetzungen


Allgemeine Universitätsreife, ausgewählte Studienberechtigungsprüfungen, Berufsreifeprüfung, Zusatzprüfungen für ausgewählte Berufsgruppen wie bspw. diplomierte/r Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger, diplomierte medizinisch-technische Fachkraft;
Aufnahmeverfahren: Evaluierung der schriftlichen Unterlagen, schriftlicher Eignungstest, teilweise fachspezifische Eignungsprüfung, Aufnahmegespräch
Dauer: 6 Semester
Abschluss: Bachelor of Science in Health Studies (BSc)


FH-Bachelor-Studiengang Biomedizinische Analytik


Berufsbild
Biomedizinische AnalytikerInnen tragen im interdisziplinären Team zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit und zur Verhinderung von Krankheit bei. Die Hauptaufgaben Biomedizinischer AnalytikerInnen liegen in der selbstständigen und eigenverantwortlichen Durchführung aller Mess- und Untersuchungsmethoden in der Analytik, Diagnostik und Funktionsdiagnostik vor allem in der Humanmedizin, Veterinärmedizin, auf naturwissenschaftlichen Gebieten und in der Industrie. Sie arbeiten im Rahmen der medizinischen Versorgung, der medizinischen Vorsorge sowie in Forschung und Lehre.
Der eigenverantwortliche Bereich der Biomedizinischen AnalytikerInnen bezieht sich in erster Linie auf die Durchführung des gesamten Analyseprozesses, welcher die Gebiete Präanalytik (inklusive Probengewinnung), Analytik (Planung und Durchführung der Untersuchung einschließlich der Auswahl der Methoden und Geräte) und Postanalytik (Auswertung und Beurteilung der Ergebnisse, Qualitätssicherung, technische Validierung, Dokumentation, Übermittlung und Archivierung) umfasst.
Um verlässliche Ergebnisse zu erhalten, sind weitere Tätiogkeiten wie die Evaluierung neuer Techniken und Geräte sowie die Organisation des Laboratoriums von den Biomedizinischen AnalytikerInnen durchzuführen.
Berufsbezeichnung: Biomedizinischer Analytiker, Biomedizinische Analytikerin


FH-Bachelor-Studiengang Diaetologie


Berufsbild
Im Bundesgesetz über die Regelung der gehobenen medizinischen-technischen Dienste, MTD-Gesetz BGBl. Nr. 460/1992 in der letztgültigen Fassung BGBl. I Nr. 7/2004, BGBl. I Nr. 70/2005 und BGBl. Nr. 43/2006 ist das Berufsbild von DiaetologInnen folgendermaßen verankert:
"Der Diätdienst und ernährungsmedizinische Beratungsdienst umfasst die eigenverantwortliche Auswahl, Zusammenstellung und Berechnung sowie die Anleitung und Überwachung der Zubereitung besonderer Kostformen zur Ernährung Kranker oder krankheitsverdächtiger Personen nach ärztlicher Anordnung einschließlich der Beratung der Kranken oder ihrer Angehörigen über die praktische Durchführung ärztlicher Diätverordnungen innerhalb und außerhalb einer Krankenanstalt; ohne ärztliche Anordnung die Auswahl, Zusammenstellung und Berechnung der Kost für gesunde Personen und Personengruppen oder Personen und Personengruppen unter besonderen Belastungen (z.B. Schwangerschaft, Sport) einschließlich (sic.) der Beratung dieser Personenkreise über Ernährung" (MTD-Gesetz 2006 § 2 Abs. 4).
Der oben genannte Begriff "Eigenverantwortlichkeit" bezieht sich sowohl auf die Ernährungsberatung für Gesunde als auch auf die Durchführung des diaetologischen Prozesses und umfasst die Arbeitsschritte der ernährungsmedizinischen Therapie von der Erhebung des Ernährungsstatus und der Ernährungsanamnese, der diaetologischen Befundung und Beurteilung, Planung, Umsetzung inklusive Ernährungsberatung und ernährungsmedizinische Beratung bis zur Qualitätssicherung, Evaluation, Dokumentation und Reflexion und das eigenverantwortliche Handeln im Ernährungs- bzw. Verpflegungsmanagement.
Berufsbezeichnung: Diaetologe, Diaetologin


FH-Bachelor-Studiengang Ergotherapie


Berufsbild
Der Fokus ergotherapeutischer Tätigkeit ist die Handlungsfähigkeit des Menschen. Darunter sind all jene Fähigkeiten zu verstehen, die zur Bewältigung von Anforderungen in unterschiedlichen Lebensbereichen notwendig und somit Voraussetzung für die Partizipation in der Gesellschaft sind. ErgotherapeutInnen berücksichtigen in ihrer Arbeit mit KlientInnen in besonderer Weise auch deren Lebensbereiche (Alltag, Beruf/Schule, Freizeit und Erholung) und Umwelt.
In der klientenzentrierten Haltung wird die individuelle Perspektive der PatientIn wert geschätzt.
Ziel der Ergotherapie ist die Verbesserung, Erhaltung oder Erlangung von Handlungsperformanz, um Handlungsrollen in Alltag, Beruf/Schule und Freizeit zufriedenstellend ausführen zu können.
Gesundheitsförderung, Prävention, Therapie, Rehabilitation und wissenschaftliche Erforschung der menschlichen Handlungsperformanz sind Kernaufgaben von ErgotherapeutInnen.
Berufsbezeichnung: Ergotherapeut, Ergotherapeutin


FH-Bachelor-Studiengang Logopädie


Berufsbild
Der logopädisch-phoniatrisch-audiologische Dienst umfasst die eigenverantwortliche logopädische Befunderhebung und Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Hörstörungen sowie audiometrische Untersuchungen nach ärztlicher Anordnung (§ 2 Abs. 6 MTD-G).
Erwerb und Rehabilitation von Sprache und Sprechen beruhen auf Bewegung (zuerst stehen, dann verstehen und mitteilen), Wahrnehmung (zuerst ergreifen, dann begreifen) und einer kommunikationsfördernden Umwelt. Daher bezieht die Logopädie ihr Wissen aus verschiedenen Spezialgebieten (Medizin, Linguistik, Psychologie, Pädagogik), um den Erfordernissen bei Erkennung und Behandlung von Störungen der Sprachentwicklung, der Aussprache, der Stimme, des Hörens, der Sprache, des Sprechablaufs und der Mundfunktionen im nonverbalen Bereich gerecht zu werden.
Berufsbezeichnung: Logopäde, Logopädin


FH-Bachelor-Studiengang Physiotherapie


Berufsbild
Der physiotherapeutische Dienst umfasst die eigenverantwortliche Anwendung aller physiotherapeutischen Maßnahmen nach ärztlicher Anordnung im intra- und extramuralen Bereich, unter besonderer Berücksichtigung funktioneller Zusammenhänge auf den Gebieten der Gesundheitserziehung, Prophylaxe, Therapie und Rehabilitation. Hiezu gehören insbesondere mechanotherapeutische Maßnahmen, wie alle Arten von Bewegungstherapie, Perzeption, manuelle Therapie der Gelenke, Atemtherapie, alle Arten von Heilmassagen, Reflexzonentherapien, Lymphdrainagen, Ultraschalltherapie, weiters alle elektro-, thermo-, photo-, hydro- und balneotherapeutischen Maßnahmen sowie berufsspezifische Befundungsverfahren und die Mitwirkung bei elektrodiagnostischen Untersuchungen. Weiters umfasst er ohne ärztliche Anordnung die Beratung und Erziehung Gesunder in den genannten Gebieten (§ 2. (1) BGBl. Nr. 460/1992).
Berufsbezeichnung: Physiotherapeut, Physiotherapeutin


FH-Bachelor-Studiengang Radiologietechnologie


Berufsbild
Das Tätigkeitsfeld von RadiologietechnologInnen befindet sich an der Schnittstelle "Medizin-Technik-Mensch" und erfordert hohes physikalisch-technisches Verständnis und logisch-analytisches Denken, aber auch medizinisches Interesse und soziale Kompetenz. RadiologietechnologInnen übernehmen die Aufgabe, notwendige Untersuchungen und Behandlungen am Menschen nach ärztlicher Anordnung auf Basis radiologietechnischer Methoden eigenverantwortlich auszuführen. Das Aufgabengebiet umfasst die Anwendung ionisierender Strahlen in der diagnostischen Radiologie, der Strahlentherapie und der Nuklearmedizin, aber auch den Einsatz anderer Bild gebender Verfahren, wie Ultraschall oder Kernspintomographie, sowie das forschende Mitarbeiten im Bereich des Gesundheitswesens. Weiters umfasst der radiologisch-technische Dienst die Anwendung von Kontrastmittel nach ärztlicher Anordnung und in Zusammenarbeit mit ÄrztInnen. Weitere Betätigungsfelder bieten sich den RadiologietechnologInnen in Einrichtungen der Forschung, Wissenschaft und Industrie, aber auch in der Veterinärmedizin. (Beschreibung in Anlehnung an das MTD-Gesetz, BGBl. Nr. 460/1992, § 2 (3) in der letztgültigen Fassung BGBl. Nr. 7/2004 § 2 (3)).
Berufsbezeichnung: Radiologietechnologe, Radiologietechnologin


Adressen


fhg - Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol GmbH
Studien-Service-Center

6020 Innsbruck, Innrain 98
Tel. 050 8648-4710, Fax 050 8648-674710
E-Mail: beate.tholema@fhg-tirol.ac.at


EURAK, Europa-Akademie für health professionals
Ausbildungszentrum für Physiotherapie an der UMIT

6060 Hall i.T., Eduard-Wallnöfer-Zentrum 1
Tel. 050 8648-3700, Fax 050 8648-673700
E-Mail: info@eurak.at
(nur Ausbildung in Physiotherapie)


Stand: April 2011